Freitag, 17. Februar 2012

Es rückt näher!

Guten Tag da draußen!

Wie man sieht, habe ich es schon wieder geschafft, einen ganzen Monat nicht zu posten. Diese Blog-mäßige "Ach-was-war-so-los-stimmt-heute-gab's-Brokkoli"-Mentalität muss ich mir erst noch angewöhnen. Aber ich arbeite dran - grade arbeite ich mich durch das Blog von Neil Gaiman (http://journal.neilgaiman.com). Der Mann hat aber auch viel gepostet - ich lese schon 2 Wochen und bin immerhin schon im Jahre... 2002 angelangt! Wow.
Zugegebenermaßen lese ich nicht ununterbrochen, da gibt's ja auch noch Onlinecomics (Sluggy Freelance und Dork Tower momentan), und allen möglichen anderen Kram... Problem ist:

Ich sollte eigentlich zeichnen! Immerhin steht meine Ausstellung bald an und ich habe immer noch nicht alle Bilder fertig. *seufz*

Aber, wo ich grade dabei bin, kann ich das ja mal "ganz dezent" ankündigen:

Am 4. März 2012 beginnt meine Ausstellung

Waldgeister und Wiesenschatten

Bilder aus dem Leben
der Wölfe

Wo: Gemeindehaus "Alte Apotheke"
in Schönberg
 



Das war dezent, was?

Momentan befinde ich mich in der wirren Phase der Vorbereitungen (zu unterscheiden von der planlosen und der panischen Phase).
Die Reihenfolge ist:
1. planlos (man weiß was man will, aber nicht wie),  
2. wirr (man will ganz viel, weiß auch wie, bastelt aber wild an zu vielen Baustellen gleichzeitig) und 3. panisch (man weiß was, man weiß wie, und man weiß, dass die Zeit dafür nicht mehr reicht).

Das heißt momentan zeichne ich, male, und denke nebenbei über Bildtitel, Bilderrahmen, Passepartouts, Preise, Postkarten, potentiellen Erfolg, potentiellen Misserfolg und meine künstlerische Bestimmung im Allgemeinen nach. Und über unterschiedliche Papiersorten... aber darüber schreibe ich irgendwann anders - wäre zwar schön, wenn auch ab und zu auch mal was pädagogisch wertvolles in diesem Blog stünde - aber ich hab schließlich heute noch was zu tun!

Lustige Dr. Who-Bilder anschauen, bei facebook reinschauen, vieleviele Onlinecomics und Blogs  lesen...!
Ähm.
Ich meine natürlich zeichnen.

Freitag, 9. Dezember 2011

Lang, lang ist's her... Grüße vom Wintervogel

Hallo meine lieben Leser,
es war einmal, vor langer Zeit... ich, genau. Ich sagte, jetzt kommt erstmal die Hochzeit, und dann geht's hier weiter.
So war der Plan - aber wie das immer so ist, kamen alle möglichen anderen Sachen auf mich zu, die ich bis dahin - genau! - beiseite geschoben hatte. Aber solche Erledigungen fallen irgendwie immer auf einen zurück und "kriegen einen doch".

Aber statt alles zu erledigen, habe ich immer nebenbei "heimlich" gemalt und Pläne gemacht. Keine Pläne zur Übernahme der Weltherrschaft (die sind schon lange fertig), sondern für Projekte und Ausstellungen! Dazu hoffentlich bald mehr.
Rotkehlchen auf Stechpalme, Aquarell 2011
Und außerderdem hier noch ein kleiner farblicher Vorgeschmack auf Weihnachten: Meine neueste Vogelpostkarte!

Dienstag, 13. September 2011

Die Wölfe kommen... und das noch vor der Hochzeit!

Hallo ihr Lieben!

Obwohl ich ja grade schon auf Hochtouren laufe, um alle Hochzeitsvorbereitungen zu schaffen, widme ich mich trotzdem mal kurz diesem Blog und Euch.
Der mittlere Kuchen ist schon fertig, der kleine kühlt grad aus, und der große, der die Basis für die Hochzeitstorte bilden soll, steht mir noch bevor... aber das wird!

Und damit ihr nicht so lange ohne Bilder auskommen müsst, hier ein kleiner Vorgeschmack auf Dinge, die da kommen werden...!

Antoschka. Bleistift und Aquarell, 2011


Das ist Antoschka, quasi eine Namensvetterin von mir - einer der Wölfe, die ich während meiner Diplomarbeit beobachten durfte. Sie ist wieder ein Beispiel für meine neue Lieblingstechnik, eine hochdetaillierte Bleistiftzeichnung, mit Aquarellfarben coloriert und akzentuiert.


Sie ist wahrscheinlich das letzte Bild, das ich vor meiner Hochzeit fertig stellen konnte, und eine Vorbotin... wofür? Lasst euch überraschen!

Dienstag, 16. August 2011

Neue Lieblings-Maltechnik: Colorierte Bleistiftzeichung

In den letzten Tagen habe ich an einer neuen Maltechnik gearbeitet, die mir jetzt schon am besten gefällt:

Eine Bleistiftzeichnung, die ganz zart mit leuchtenden Aquarellfarben coloriert wird. Die Details und Kontraste der Zeichnung kombiniert mit wunderbaren farbigen Akzenten, die wichtige Einzelheiten hervorheben - natürlich, wie immer bei meinen Bildern, besonders die Augen!


Es gibt natürlich auch gewisse Schwierigkeiten.
Zum Zeichnen verwende ich am liebsten glattes Papier oder Zeichenkarton, doch aquarellieren ist hier immer etwas problematisch, denn normales Zeichenpapier wellt sich leicht, wenn es feucht wird.
Auf Aquarellpaier wiederum lässt sich nicht so fein und detailliert zeichnen, weil es (auch in der glattesten Form) immer noch vergleichsweise rauh und matt ist.
Wie ich das letztendlich löse, weiß ich noch nicht, aber die Zeichnung ist der größere und wichtigere Teil des Bildes, deswegen muss das Papier diesen Ansprüchen besonders genügen. Vielleicht hilft eine Kombination aus Flachpressen (versuche ich grade) und exra schwerem Zeichenkarton (muss ich noch besorgen).

Und ich hoffe, ich tauche hier mal wieder öfter auf - die Hochzeitsplanung frisst doch mehr Zeit als ich dachte!
Aber ich habe ja noch ein paar Bilder in Petto, die ich hier nach und nach einpflegen kann, sodass ihr was zum Stöbern bekommt :-)

Sonntag, 22. Mai 2011

Bleistiftportrait eines Hovawarts Schritt 4c: Die Details (Augen)

So, heute gehts zum letzten und (für mich) wichtigsten Schritt: Die Augen

Die Augen machen ein Bild erst lebendig, bringen Lebensfunken und Persönlichkeit. Deswegen spare ich mir die Augen oft bis zum Schluss auf, um - wie Dr. Frankenstein ;-) das Bild erst zu beleben, wenn es ansonsten fast fertig ist.

Unabhängig vom Schöpfer-Komplex ist es aber auch aus anderen Gründen sinnvoll, mit dem Fertigstellen der Augen zu warten: Wir Menschen und fast alle anderen Tiere sind genetisch darauf programmiert, Augen anzusehen. Ein Augenpaar ist quasi der optimale "Eye-Catcher".

Was bedeutet das für den Künstler?

Wenn die Augen fertig sind, und wir betrachten das Werk, wandert unser Blick automatisch zu den Augen. Immer. Das bedeutet, dass wir vielleicht von anderen Aspekten des Bildes abgelenkt werden, und dass wir eher dazu neigen, das Bild "als Gesicht" zu sehen und dass wir einzelne Details nicht mehr beachten.

Und da Details bei mir das Non-Plus-Ultra sind, ist das ein wichtiger Punkt :-)

Aber nun genug philosophiert, hier kommen endlich Bilder:


Das ist die Vorzeichnung. Sieht ein wenig Zombie-mäßig aus, zugegeben, aber sie enthält ja auch nur die wichtigsten Linien: Lage der Pupille, der Schatten und der Lichtreflexe.



Hier sind die Schattenflächen ausgefüllt, auf der Iris liegt ein Farbverlauf der andeutet, dass der Augafel kugelförmig ist - deswegen ist das Auge an den Rändern dunkler.
Merke: Beim Hund und vielen anderen Tieren füllt die Iris (Regenbogenhaut, "das Bunte") den sichtbaren Augenbereich komplett aus. Die Lederhaut ("das Weiße") ist maximal im Augenwinkel zu sehen oder wenn das Tier die Augen weit aufreißt.

Wichtig sind auch die dunklen "Streifen" rund um den Augapfel - das sind die Augenlider des Hundes, die im Gegensatz zu unserem nur schmal und schwarz sind.



Hier kommen Schatten und tiefere Schwarztöne ins Spiel, außerdem haben viele kleine konzentrische Striche die Struktur der Iris hervorgehoben: Vom Rand bis zur Mitte, also zur Pupille hin, verlaufen im Säugetierauge Strukturen, die bei Lichteinfall wie schimmernde Linien aussehen. Sie sind Teil des Mechanismus, der die Pupille zusammenzieht und erweitert, grade bei helleren Augen kann man sie gut erkennen (auch beim Menschen z.B.).
Insgesamt gesehen sind Hundeaugen, z.B. im Vergleich zu Katzenaugen, nicht ganz so klar und strahlend, beim Hund ist der Übergang zwischen Iris und Pupille oft nicht so scharf abgegrenzt (bei Katzen sind die Augen größer und insgesamt "wichtiger" für Leben und Kommunikation, vermutlich sind die Strukturen deswegen klarer ausgeprägt.). Also achtet darauf, Hunde- und Wolfaugen nicht ganz so juwelenartig leuchtend zu zeichnen - das kann das Tier seltsam oder gefährlich blicken lassen statt treu.



Jetzt mit Pupille und tieferen Schatten - auch die kleinen Augenlider werfen Schatten auf den Augapfel! Die Augenlieder sind glatt und feucht, da müssen also genügend scharf abgegrenzte Glanzlichter zu sehen sein.



Als letzte Feinheiten habe ich noch die Form der Lichtreflexe am Auge geändert - die sind im Wirklichkeit selten kugelrund, sondern länglich und an einem Ende (hier zur Nase hin) leicht "verwischt". Der Übergang zur Pupille hin wurde auch noch ein wenig abgedunkelt, sodass der Kontrast nicht so stark ist.


Und das war`s!  Aus ganz vielen kleinen Schritten wird ein ganzer Hund!




Ich hoffe, diese Reihe von Einträgen hat euch gefallen! Inzwischen ist das Bild auch glücklich bei seiner Auftraggeberin, und ich sitze an meinem nächsten Projekt: Einer Ausstellung!
Ich sage nur... Die Wölfe kommen!

Freitag, 29. April 2011

Bleistiftportrait eines Hovawarts Schritt 4b: Die Details (Nase)

Als nächster Schritt folgt Pacos Nase.

Grade bei einem Hund ist sie ein wichtiges Element, eins seiner wichtigsten Sinnesorgane mit einer Struktur, die sich deutlich vom Rest des Gesichts abhebt.


Vorzeichnung mit Schattenflächen

Die Form einer Hundenase ist durchaus komplizierter, als man anfangs denkt. Sie ist keineswegs nur ein glatter, schwarzer Klumpen an der Spitze der Schnauze. Neben den Nasenlöchern gibt es Strukturen und Vertiefungen, die zu den Seiten wegführen. Mittig wird die Nase durch eine Rinne geteilt, die unten gut sichtbar, oben nur noch angedeutet ist.
Das Fell verläuft auch auf besondere Weise, hier ist es wichtig, sich die einzelnen Härchen genau anzusehen, wie sie an den Rändern liegen - oben überlappen sie leicht mit der Nasenfläche, seitlich streben sie von ihr weg.
Ich habe die räumliche Struktur mit groben Flächen angedeutet, um festzuhalten, wo später Schatten und Licher liegen. Man beachte auch, dass die Nasenlöcher durch die leicht seitliche Sicht unterschiedliche Schatten werfen!


eingezeichnete Grobtextur

Im nächsten Schritt bekommt die Nase ihr spezielle Textur. Man kann sich die Oberfläche vorstellen, als sei sie von Rissen durchzogen oder mit winzigen Noppen besetzt. Die Noppen habe hier bereits eingezeichnet - man beachte, dass sie je nach Lage auf der Nase unterschiedlich groß sind! Außerdem muss man darauf achten, nicht zu regelmäßig zu werden - das sind keine gleichmäßig angeordneten Reptilienschuppen, sondern fast zufällige Strukturen.

Am Schluss kommt der aufwändigste Teil, nämlich das Schattieren. Hier nehme ich die leichten Striche zur Hilfe, die ich anfangs zur Abgrenzung der Schatten eingezeichnet hatte, um die einzelnen Bereiche grob abzustufen. Also Nasenlöcher sehr dunkel, ebenso der untere Rand der Nase (das Licht kommt von rechts oben!), heller an den Seiten, und oben an den Lichtern bleibt das Papier anfangs weiß.
Vorsicht - beim Schattieren die Riss/Noppentextur nicht ganz überzeichnen, die brauchen wir noch!


Die Nase schattiert


Wenn die allgemeinen Schattierungen da sind, geht es an die Feinarbeit - jetzt kommen die Noppen ins Spiel! Jeder kleine Hubbel an den Grenzen der Licht- und Schattenbereiche bekommt nun seinen eigenen Schatten oder Lichtfleck. In den helleren Bereichen sind nur die Risse dazwischen dunkel, in den schattigeren Bereichen hebt nur ein kleiner Lichtfleck einzelne Texturelemente hervor.

Noch ein Wort zu den Lichtflecken: Je schärfer und heller ein Lichtfleck abgegrenzt ist, desto "nasser" erscheint die Oberfläche. Manche Hundenasen sind sehr feucht (wenn auch außerhalb von Pfützen nie nass), bei Paco entschied ich mich für einen eher matten Glanz, auch, um die Nase nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken.

Denn was (für mich) an jedem Bild das Wichtigste ist, sind die Augen!

Und die kommen beim nächsten Mal dran!

Montag, 18. April 2011

Bleistiftportrait eines Hovawarts Schritt 4a: Die Details (Maul)

Hallo ihr Lieben!

In dieser Phase arbeite ich einzelne Bereiche des Bildes aus.
Hier kommt das Maul, also Lefzen, Zähne, Zunge und Zahnfleisch.


Nun zu den einzelnen Bereichen:

Das Zahnfleisch vieler Hunde ist nicht einfarbig, sondern gefleckt - hier bei Paco ist es rosa und schwarz. Dementsprechend gibt es zwei Aspekte beim Schattieren. Zum einen die Kontraste zwischen Schwarz und Rosa, zum anderen die "echten" Schatten. Ein ganz wichtiger Punkt sind winzige, scharf abgegrenzte Lichtreflexe - so erzeugt man den Eindruck von Nässe auf der Schleimhaut.


Die Haare am Kinn sind nochmal ein schönes Beispiel fürs negative Zeichnen - an dieser Stelle ist die Behaarung noch dünn, und einzelne Härchen leuchten hell vor dem schwarzen Hintergrund.

Die Zähne eines Hundes (oder überhaupt fast jedes Tieres) sind nicht weiß, sondern elfenbeinfarben und leicht transparent - echt weiß sind nur die Glanzreflexe, in diesem Fall länglich, um die Form des Zahns zu betonen.
Bei Eckzähnen ist die Krümmung oft gar nicht so leicht darzustellen, besonders, wenn sie von vorne zu sehen sind. Hier muss man also genau auf Sitz und Position im Kiefer achten. Gerade die Schneidezähne - beim Hund winzig - muss man sich wie kleine Meißel vorstellen, die von oben ganz anders aussehen als von vorn.

Um den Ansatz der Zähne im Zahnfleisch realistisch zu gestalten, achtet darauf, wie sich Farbe und Schatten des Zahnfleisches sich verändern: Um jeden Zahn "dellt" sich das Gewebe ein, und rund um den Zahn sieht man eine haarfeine Schattenlinie.



Die Zunge eines Hundes ist im Gegensatz zu unserer flach und dünn, quasi ein langer "Lappen". Sie liegt also nicht fleischig im Maul, sondern wirft nur einen dünnen Schatten. Vorne stößt sie an die Zähne und schiebt sich an ihnen hoch - vergleichbar mit einem Teppich, der sich an einem Stuhlbein hochbiegt.


So, das war's erstmal mit dem Maul - ich setze mich jetzt an die Nase. Wir sehen uns bald wieder!